Forschungsfelder

Steinerner Denker vor dem Institutsgebäude, Foto LAO

Forschung ist die Entwicklung innovativer Lösungen auf alte und neue Fragen. Die Untersuchung unserer Lebensumwelt ist motiviert von der Hoffnung ein neues Verständnis für ihre Zusammenhänge zu erlangen. Das Wahrnehmen der Komplexität unserer Welt ist Teil der Erkenntnis und so erscheint es uns, als ob diese mit steigendem Wissen zunähme. Dank internationaler Forschung der vergangenen Jahrzehnte werden uns ökologische Prozesse klarer und wir erkennen die dringende Notwendigkeit, in unserem ständigen Wachstumsbestreben ressourcenschonend mit Rohstoffen, Fläche und Raum umzugehen.

Forschungsfeld Informelle Siedlungen

Informelle Siedlungen sind weltweit ein Phänomen, das unter dem Namen slums vielseitige Assoziationen weckt. Etwa ein Drittel der globalen Stadtbevölkerung wohnt in Favelas, shanty towns, oder Chabolas, wie sie andernorts genannt werden. Wie gehen Landschaftsarchitektinnen und Landschaftsarchitekten mit diesen ungeplanten Orten um, wie nähern sie sich planerisch dieser Aufgabenstellung, die niemand genau beschreibt oder fordert. In selbst gewählten Fallbeispielen werden am Lehrstuhl unterschiedliche Methoden der Annäherung, Analyse und Planung in studentische Arbeiten getestet und in Forschungsansätzen bearbeitet. mehr

Forschungsfeld StädtischerÖffentlicherFreiraum

Städtische öffentliche Freiräume – Plätze, Quartiersparks, Gärten aber auch Straßenräume geben dem städtischen Leben die Orte die den Nutzern Kultur, Kommunikation, Erholung, Spiel und Anregung ermöglichen. Oft sind diese Räume aber auch Orte der Konfrontation mit anderen Sitten und Gebräuchen, anderen Meinungen - kurz der Begegnung mit dem Andersartigen. Plätze wo politische Ideen zum Ausdruck gebracht werden können, Räume wo die Selbstentfaltung des Nutzers eine Bühne findet, oder auch einfach nur das Beobachten und Flanieren möglich wird, sind besonders wertvoll. In Entwürfen für den öffentlichen Raum studieren wir diese Situationen und versuchen für die genannten Anforderungen adäquate Entsprechungen zu planen. mehr

Forschungsfeld Wohnumfeld

Wenn das Wachstum von Stadt an seine räumlichen Grenzen gerät, wird Stadt erfinderisch. Wie lässt sich bei steigender Nachfrage nach Wohnraum innerhalb der eigenen Gemarkung noch Platz generieren? Mit Stichworten wie ‚Nachverdichtung’ und ‚kompakter Wohnform’ werden aktuelle Strategien benannt, die einen größeren Druck auf die dabei verbleibenden Freiflächen mit sich bringen. Wie lässt sich wohnungsnah ein hochwertiger Freiraum entwickeln, der nicht nur Abstandsgrün erzeugt und Pflanzgebote erfüllt. Hiernach suchen wir in Entwürfen zu konkreten Planungsaufgaben, wie der Weiterentwicklung von Wohnsiedlungen der 50-70er Jahre, der Konversion bisher anders genutzter Areale, als auch im Entwurf angemessener Freiräumen für Migranten. mehr

Forschungsfeld Infrastruktururbanismus

Moderne Hochleistungsinfrastrukturen produzieren an ihren Grenzen bzw. im Schatten ihrer eigenen Raumkonfiguration akzidentelle Räume. Es ist eine Art Schattenstadt, die neben Autobahnen, Bahnlinien, Hochstraßen, Pipelines, Leitungstrassen entsteht – urbaner Raum, der nicht eindeutig definiert und selten geplant ist. Dort, wo Autostellflächen, Müllplätze, Abstandsflächen entstehen, verschwendet sich Stadt in ungezähltem Maß. Dieser „Abfall“ erhält selten einen eigenen Namen oder eine Adresse: Unter Brücken. Am Parkplatz. An der Bahnlinie. Hinterm Stadion. An der Kläranlage. Ortsbeschreibungen, die überall zutreffen und unspezifischer nicht sein könnten. ...mehr

Forschungsfeld Nachlassforschung

Der Lehrstuhl beherbergt aktuell fünf Archive von bekannten Architekten, Landschaftsarchitekten und Gartengestaltern. Durch diesen Zugang zu original Schriftdokumenten, Foto- und Plansammlungen sowie Monographien und Fachzeitschriften leistet die Nachlassforschung einen wertvollen Beitrag zur Aufarbeitung der Geschichte und Entwicklung des Berufsbildes. Die Archivalien decken dabei sowohl den Zeitraum der Vorkriegszeit, des Nationalsozialismus als auch der Nachkriegszeit bis in die 1990er-Jahre ab. mehr

Forschungsfeld Intervention und Partizipation

Während sich die planenden Disziplinen schwer tun mit der Einbindung unscharf definierter Interessensgruppen und der prozesshaften Entwickeln von Projekten, hat sich die Kunst durch ihre Arbeitsformen im öffentlichen Raum solchen Ansätzen geöffnet. Durch die Hinwendung zum Temporären ist es gelungen, prozesshaft im öffentlichen Raum zu agieren und Kunstwerke als offenes Experiment anzulegen. Der Lehrstuhl erforscht, ob und in wieweit diese künstlerischen Ausdrucksformen genutzt werden bzw. sich nutzen lassen, um als partizipative Methoden (Erkenntnisgewinn + Praxis der Umgestaltung) in architektonischen und sozialen Wandlungsprozessen im urbanen, öffentlichen Raum eingesetzt zu werden. ...mehr

Forschungsfeld Urbanes Klima

Städtischer Wärmeinsel-Effekt und Klimawandel sind Themen, die für die Gestaltung des öffentlichen Raumes in Städten immer relevanter werden. In verschiedenen Forschungsprojekten wird daher untersucht, auf welche Aspekte dieses Themenkomplexes in einer zukunftsfähigen Gestaltung reagiert werden muss. Der Fokus liegt auf der Abmilderung weiterer Aufheizung durch Vegetation, Ausstattung und Oberflächengestaltung, dem Umgang mit Starkregenereignissen, auf Reaktionen von Vegetation auf Klimaveränderungen und auf Nutzerpraktiken im Nachhaltigkeitskontext. Testentwürfe, die in Verknüpfung von Forschung und Lehre durchgeführt werden, sind eine Methode, Erkenntnisse zu einer kreativen Synthese zusammenzuführen und als Visionen zu visualisieren....mehr

Forschungsfeld Digital Design Tools

Digitale Entwurfswerkzeuge sind integraler Bestandteil des landschaftsarchitektonischen Entwurfsprozesses unserer Zeit. In jedem Entwurf stellt sich die Frage zu Schnittstellen von tradierten Arbeitsweisen und digitalen Methoden.
Diese sind Entwurfsabhängig meist unterschiedlich zu beantworten. Wann ist der richtige Moment in seinem Entwurf von der Serviettenskizze auf digitale Methoden umzusteigen? In welcher Entwicklungsumgebung ist der digitale Entwurfsprozess am besten aufgehoben? Und wie können erreichte digitale Entwurfsergebnisse mehrfach genutzt werden?